About me

Kurzbiographie

Meine künstlerische Reise und mein Leben begannen 1969 am Weihnachtsmorgen in München (Deutschland). Meine mütterliche Familie hat einige Künstler hervorgebracht. Sowohl meine Grossmutter als auch meine Mutter waren beide musisch veranlagt. Die Grossmutter wäre gerne Tänzerin geworden, was ihr aber vom Vater verboten wurde. Meine Mutter hatte eine grosse malerische Begabung. Anders als ihr Bruder, der Kunst studierte, konnte sie sich nicht in diese Richtung verwirklichen.

Meine Schwester und mich hat meine Mutter aber nach ganzen Kräften gefördert. Kaum konnten wir Stifte in der Hand halten, bemalten wir Papier um Papier. Meine Mutter verwahrte jedes dieser kleinen Kunstwerke sorgfältig auf und notierte auf den Rückseiten unsere Erklärungen und Deutungen. Diese grosse Wertschätzung meiner Kunst klingt bis heute in mir nach.

Bis zum Alter von 20 Jahren war ich überzeugt «irgendetwas» mit Kunst in meinem Leben zu machen. Aber wie das Leben so spielt, kam es anders als erwartet. Mit dem frühen Tod meiner Mutter und dem Umzug in die Schweiz stand mit einem Mal das Geld verdienen im Vordergrund, so dass ich mich mit 20 Jahren für die Arbeit als Krankenpflegerin entschied.

Lange Jahre hatte ich das Malen immer im Hinterkopf, traute mich aber nicht Zeit zu investieren aus der Sorge ohne formelle Ausbildung nicht gut genug zu sein.

Anfang 30, mit einem kleinen Kind zuhause, spürte ich, dass ich meiner Kreativität ein Ventil geben musste, um nicht an ihr zu ersticken.

Ich begann mit Acryl zu malen und bildete mich in diversen Kursen und Techniken an der «Schule für Gestaltung» (Bern) weiter.

2011 entdeckte ich die Hamburger Künstlerin Astrid Volquardsen und die Pastellkreiden. In 3 Pastellkursen, die ich bei ihr besuchte, habe ich das Grundlegende über Pastelle gelernt. Seitdem bin ich den Pigmenten verfallen und tauche immer tiefer in die faszinierende Welt der reinen Farben ein.

Seit 2016 nehme ich an Ausstellungen teil (siehe Liste Ausstellungen unten) und verkaufe meine Werke an Sammler in der Schweiz und Deutschland.

Seit 2019 nehme ich an Wettbewerben teil und in diesem Sommer gelang es mir mit den Bildern «Abundance» (Merrit award) und «Epiphany» («finalist’s award) auf der Plattform «Camelback Galleries» im Wettbewerb «Food Frenzy» , sowie beim Wettbewerb «Shades of Red» mit dem Bild «3 Variationen in Rot» (Finalist award) ein kleiner Erfolg.


Künstlerische Ausbildung

  • Wissenschaftliches Zeichnen, Schule für Gestaltung Bern
  • Aktzeichnen, Schule für Gestaltung Bern
  • Alte Meister – Eitempera-Technik, Schule für Gestaltung
  • Buchillustration bei Maya Delaquis (http://www.mayadelaquis.ch/), SfGB
  • Digitale Fotografie und alte Fototechniken bei Simon Stähli 2013/14, SfGB
  • Freie Pastellmalerei bei Astrid Volquardsen, Hamburg (https://www.pastellbilder.de) 2012, 2013 und 2017

Mitgliedschaften


Preise


Ausstellungen

zu den Ausstellungen geht’s hier


Artist statement

Ich bin Realist!

Das betrifft nicht nur mein Selbstverständnis als Künstler, sondern auch als Mensch. Ich schaue gerne genau hin und Details nehmen mich gefangen. Licht und Schatten auf einem Blatt, die fraktalen Muster des Romanesco oder die seltsame Architektur einer Libelle.

“Meine Bilder sind Meditationen über den Augenblick, der das Einzige ist, das wir in diesem Leben wahrhaft besitzen.”

Thea Herzig

In jeder Blüte, in jeder Frucht, in jedem Blatt ist die ganze Welt enthalten und das nicht nur im philosophischen Sinne, sondern ganz realistisch und konkret bilden die Grundbausteine der Natur mich ebenso wie eine Erdbeere.

Auch der Malprozess selber ist für mich eine Meditation. In kleinste Details versunken, zerfällt für mich das Bild in Farbflächen und Tonwerte und erst mit dem Schritt zurück zeigt sich da grosse Ganze. Wie im richtigen Leben ist der Blickwinkel entscheidend.

Im Jahr 2019 hat das Thema «Essen» immer mehr mein Interesse angezogen.

Essen ist essenziell. Es betrifft jeden Menschen. Das, was auf dem Tisch eines Menschen kommt, definiert wer er ist und wie er lebte. Wenn man den Speiseplan eines Menschen kennt, kann man mit grosser Wahrscheinlichkeit sagen, wie sein Gesundheitszustand, seine finanzielle Lage und wo sein Heimatort ist. Der Speiseplan eines Menschen sagt mehr als ein Pass über ihn aus.

Essen ist Identität und verbindet. Es verbindet einen mit anderen Menschen, die derselben Prägungslandschaft entstammen. Man teilt die Vorliebe für bestimmte Speisen, man feiert gemeinsam Feste mit Gerichten, die allen bekannt sind.

Essen ist politisch. In einer Welt, in der immer noch 11% der Menschen hungern und gleichzeitig in den Industrieländern das Übergewicht zu einer Volkskrankheit geworden ist, ist Ernährung kein neutrales Thema.

Essen ist klimarelevant. Circa 30% des weltweiten Co2-Ausstosses wird durch die Produktion und den Transport unseres Essens verursacht. Und so stellt das, was unser Überleben sichert, nämlich unsere Nahrung, auch gleichzeitig unser Überleben in Frage.

Und Essen begeistert mich. Ich liebe es zu pflanzen, ernten, einmachen und kochen. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Essen ist nur eine Fortsetzung meines Alltags. Die meisten Referenzfotos von Blüten stammen aus meinem Garten oder von den nahen Wiesen. Viele der abgebildeten Früchte, Gemüse und Blumen stammen aus eigenem Anbau.

Die 4 Bilder (“epiphany“, “abundance“, “passion” und “favourites“), die ich im letzten Jahr gemalt habe, zeigen den Überfluss an Essen, den wir hier in einer der reichsten Nationen der Welt geniessen. Und schon die Auswahl der Früchte und Gemüse hat mich vor eine Entscheidung gestellt: soll ich die Früchte kaufen, die mir optisch am besten gefallen oder soll ich nach den gleichen Kriterien einkaufen, die ich auch sonst für meinen Wocheneinkauf anwende? Regional, saisonal, biologisch angebaut und fairtrade? Aber es gibt so schöne importierte Früchte! Darf ich für ein Gemälde diese Regel brechen?

Diese 4 Bilder stehen in der Tradition der Stillleben, allerdings nicht im klassischen Sinne. Schon die Draufsicht auf die Szene, statt einer Seitenansicht, verschiebt die Perspektive. Meine Stillleben sind Muster, deren Arrangement ich sorgfältig plane. Die Vorarbeit mit den tatsächlichen Früchten, das Fotografieren und das Bearbeiten am Computer beanspruchen viel Zeit. Am Ende entsteht ein Bild immer aus vielen einzelnen Fotografien, die ich kombiniere.

Die Bilderserie hat sich aus Versuchen mit klassischen Stillleben entwickelt. Ich habe eine besondere Vorliebe für die sogenannte «Darkfood-Photography», die Essen in sehr dunklen, atmosphärischen Settings zeigt. Meine beiden Bilder «Zeitfalte 1» und «Zeitfalte 2» sind einerseits klassische Stillleben und andererseits erzählen sie eine Geschichte, die ausserhalb des Bildes stattfindet. Sie erzählen von Augenblicken, in denen der Genuss und das Zusammensein mit anderen Menschen, die Welt für einen zeitlosen Moment ausblendet.

Über genau dieses Thema diskutierte ich mit einer befreundeten Künstlerin anlässlich der Ausstellung dieser beiden Bilder, als die Idee der mit Früchten und Blumen gefüllten Bilder plötzlich wie eine Eingebung vor meinem inneren Auge entstand. Der Musenkuss kam unerwartet, aber ich habe ihn mit offenen Armen empfangen.

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