Pastell ohne Glas

(English below)

Seit Anfang diesen Jahres bin ich am Ausprobieren, welche Möglichkeiten es gäbe, Pastellbilder in Rahmen ohne Glas aufzuhängen. Rahmen mit Glas schützen die empfindlichen Pastelle natürlich optimal. Wenn man mit einem Passepartout noch einen minimalen Abstand zum Glas herstellt, dann kommen die Pigmente mit nichts als dem Blick des Betrachters in Kontakt. Das ist der beste Fall. Selbst wenn jemand direkt auf das Bild niest, könnte man es einfach wieder abwischen.

Aaaaaber! Rahmen mit Glas sind schwer und zerbrechnlich, Glas spiegelt und wenn man das entspiegelte Museumsglas nimmt, dann sind die Gläser teuer. Da meine Bilder oft recht gross sind, sind diese Schwierigkeiten auch schwerwiegender (wörtlich und übertragen) und so habe ich mich auf den Weg gemacht und nach Lösungen gesucht.

Mir gefallen Leinwände in Schattenfugen-Rahmen sehr gut. Das ist schlicht, leicht und lässt sich einfach aufhängen. Also habe ich hier angefangen. Da man Pastellpapier nicht auf «Keilrahmen» kaufen kann, habe ich mir überlegt, dass man aus einer Leinwand ja eine Art Pastellpapier machen könnte. Also habe ich die Leinwände mit Gesso grundiert und dann eine Pastellgrundierung drübergelegt.

Wenn die Grundierung schön regelmässig ohne Struktur aufgebracht wird, dann entsteht ein annehmbarer Pastellgrund. Mit dem Papier mithalten kann er aber nicht, da er deutlich weniger «tief» ist, also weniger Schichten erlaubt als die guten Pastellpapiere.

Meine Versuche mit Pastell-Fixiersprays haben gute Ergebnisse gebracht. Mit Kreiden, die beständig unter solchen Sprays sind (das sind durchaus nicht alle), kann man in mehreren Schichten so lange fixieren, bis man beim Drüberfahren keine Pigmente mehr von der Oberfläche mehr wegnehmen kann.

Ich finde, trotz anderslautender Meinungen, dass die Sprays die Oberflächen der Pastelle nicht verändern und sie nach dem Trocknen wie vorher aussehen.

Somit kann man sagen, dass es für das Glas eine Lösung gibt.

Da ich mit der «Tiefe» des Pastellgrundes nicht zufrieden war, habe ich die Sache von der anderen Seite aufgezäumt. Anstatt eine Leinwand zum Pastellpapier zu machen, habe ich ein Pastellpapier zur Leinwand gemacht.

Wie man oben im Bild sehen kann, habe ich mein Papier auf einen Holzträger aufgeklebt (mit einem Photo-Mount-Kleber). Die Platte hat einen Rand von 2cm und das Papier ist auch um diese Kante geklebt. Das gibt mir die Möglichkeit, das Bild «um die Ecke» weiterziehen zu können. So könnte man es auch ganz ohne Rahmen direkt an die Wand hängen. Ausserdem gefällt mit dieser «um die Ecke»-Effekt noch gut.

Falls man es rahmen möchte, kann man jetzt wie bei einem klassischen Keilrahmen einfach den Schattenfugen-Rahmen am Rand anschrauben.

Wie gut das alles am Ende funktioniert, wird sich zeigen, wenn ich ganz fertig bin. Aber ich bin zuversichtlich so die beste Lösung für mich gefunden zu haben.

Irgendwelche Verbesserungsvorschläge?


Pastell without glas

Since the beginning of this year I have been trying out what possibilities there are for hanging pastel pictures in frames without glass. Frames with glass naturally protect the sensitive pastels optimally. If a passe-partout is used to create a minimal distance from the glass, the pigments come into contact with nothing but the viewer’s gaze. This is the best case. Even if someone sneezes directly at the painting, you could simply wipe it off again.

BUT! Frames with glass are heavy and fragile, glass is reflective and if you take the anti-reflective museum glass, the glasses are expensive. Since my paintings are often quite large, these difficulties are more significant and so I set out to look for solutions.

I like canvases in shadow gap frames very much. It is simple, light and easy to hang up. So I started here. Since you can’t buy pastel paper on “stretcher frames”, I thought that you could make a kind of pastel paper out of a canvas. So I primed the canvases with gesso and then put a pastel primer on top.

If the primer is applied regularly and without structure, a decent pastel ground is created. But it can’t keep up with the paper, because it is much less “deep”, which means it allows less layers than the good pastel papers.

My experiments with pastel fixing sprays have brought good results. With pastels that are resistant under such sprays (not all of them at all), you can fix in several layers until you can’t take any more pigments off the surface when you run over them.

I find, despite opinions to the contrary, that the sprays do not change the surface of the pastels and they look the same after drying.

So you can say that there is a solution for the glass.

As I was not satisfied with the “depth” of the pastel ground, I tidied it up from the other side. Instead of making a canvas into a pastel paper, I made a pastel paper into a canvas.

As you can see in the picture above, I glued my paper onto a wooden carrier (with a photo mount glue). The plate has a border of 2cm and the paper is also glued around this edge. This gives me the possibility to continue the painting “around the corner”. So you could also hang it directly on the wall without any frame. Besides, I like this “around the corner” effect very much.

If you want to frame it, you can now simply screw the shadow gap frame to the edge, just like with a classic stretcher frame.

How well this all works in the end will be shown when I am completely finished. But I am confident to have found the best solution for me.

Any suggestions for improvement?

2 Replies to “Pastell ohne Glas”

  1. Sabine Gonon says:

    Merci für deine Inspirationen und die Schönheit in deinen Bildern

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