Seit beinahe drei Jahren sketche ich täglich.
Und der Spass an diesem kleinen Ritual wird mit der Zeit eher grösser als kleiner, weshalb momentan kein Ende meiner Skizzen abzusehen ist.
Die 1000 Tage machen mich stolz – aber nicht wegen der Zahl oder der Leistung dahinter. Sondern weil ich diesem Weg so beharrlich gefolgt bin und dem Prozess vertraut habe. Dieser Prozess hat mich an Orte geführt, die ich weder erwartet noch gesucht hätte.
Mehr als einmal habe ich mich selbst überrascht und mich dabei ertappt, wie ich verwundert eine Augenbraue gehoben und gedacht habe:
„Echt jetzt, Thea?“
Hätte mir jemand vor drei Jahren erzählt, dass ich einmal Stoffdesigns machen oder mich an abstrakte Arbeiten wagen würde, ich hätte die Person vermutlich für verrückt erklärt.
Das Schöne an kleinen Skizzen ist, dass sie mutig machen.
Man traut sich plötzlich Dinge auszuprobieren, bei denen einen vor einer grossen Leinwand oder einem grossen Blatt Papier wahrscheinlich der Mut verlassen würde.
Meine kleinen Skizzen und Versuche – meist nicht grösser als 15 × 15 cm – nehmen mir den Druck. Ich plane kein Meisterwerk. Ich darf scheitern. Ich darf eine Skizze „zu Tode verbessern“ und sie danach mit einem Achselzucken wegwerfen.
Und manchmal behalte ich gerade die misslungenen Arbeiten. Dann schneide ich den interessantesten Teil heraus und klebe ihn in eines meiner kleinen Archiv-Skizzenbücher – zusammen mit all den lehrreichen, aber oft ziemlich hässlichen Zwischenschritten des Prozesses.
Diese Skizzenbücher, die mittlerweile schon eine ganze Reihe geworden sind, nenne ich „Spielereien“.
Für mich verkörpern sie das Herz der Kreativität: das Spiel als momentbezogene Erfahrung, bei der das Ergebnis nicht im Zentrum steht.
Manchmal habe ich einfach Freude am Material selbst.
Am Auftragen der Farbe.
An einem einzelnen Pinselstrich.
Am Geräusch der Kreide auf Papier.
An der Bewegung eines Fineliners.
Und manchmal ist genau das schon genug.
Denn auch wenn das Leben um einen herum tobt und die Ansprüche, Verpflichtungen und Verantwortungen von aussen einen beinahe unter sich begraben, bleibt da trotzdem dieser kleine, beständige Fluss aus Skizzen.
Eine leise, tägliche Erinnerung:
Ich bin immer noch da.
Und ich folge weiterhin meinem künstlerischen Prozess.








Super 👍
Hallo Christoph,
Vielen Dank!